Ruinen auf dem Hügel Castelfeder
Beschreibung
Ein Hauch prähistorischer, römischer und frühmittelalterlicher Geschichte weht über dem Hügel Castelfeder bei Montan im Unterland. Die lebendigen Spuren, Erlebnisse und Abenteuer alter Völker kann man an diesem sagenumwobenen Platz förmlich spüren. Die Anhöhe war schon vor Jahrtausenden ein strategischer Flucht– und Aussichtspunkt für Siedler, die sich im Unterland niedergelassen hatten. Auf dem Hügel befinden sich Siedlungsspuren aus der Stein- und Bronzezeit. In der Siedlung Castelfeder selbst fand man Urnengräber, Brandopferplätze und Grabbeigaben aus dem zweiten Jahrtausend v. Chr. Um das Jahr 500 wurde hier oben eine Byzantinische Festung errichtet, deren auffallend dünne Schutzmauer heute noch erhalten ist. Es ist verblüffend, welch architektonische Meisterleistung hier gelungen ist – eine extrem stabile Mauer mit möglichst geringem Auffand zu errichten. Die heutigen Reste der ehemals 500 Meter langen Ringmauer, die so genannten „Kuchelen“, erinnern an die Bauweise der Stadtmauer Konstantinopels. Der mit beeindruckenden Ruinen übersäte Hügel ist die eigentliche Oberburg, also der höher gelegene Teil der Burganlage, der eine Festung des frühen Mittelalters trägt – im Übrigen die größte des burgenreichen Etschtals. Um welche Burg es sich genau handelt, ist noch umstritten. Es wird jedoch vermutet, dass es sich um das Castrum Ennemase handelt. Aufgrund seiner spärlichen, mediterranen Vegetation erhielt der Hügel von romantischen Dichtern den Beinamen „Arkadien Tirols“. Heute ist er unter Landschaftsschutz gestellt: Wer auf dem Naturerlebniswanderweg der Historie dieser Ruine entgegenläuft, kann sich von Tieren und Pflanzen beeindrucken lassen, die anderorts nur noch Geschichte sind.
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